Zum Einstieg in meinen Jahresrückblick möchte ich gerne in 2017 anfangen: Es war Sommer und ich hatte meinen letzten Arbeitstag vor meinem langersehnten, 3-wöchigen Urlaub. Gott, war ich urlaubsreif!!! Ich schleppte mich schon länger von Woche zu Woche und von Urlaub zu Urlaub. Meine Motivation war so im Keller – kelleriger geht gar nicht, glaub ich… 🙁

Ich kam mir wie gefangen vor in dieser Organisation, hatte alle Gestaltungsmöglichkeiten ausgeschöpft, die es gab. Es ging mir alles viel zu langsam voran und die hierarchischen Strukturen blockierten aus meiner Sicht jegliche Kreativität und alles Potenzial, was so in uns schlummert. Ich bin und bleibe wohl immer eine Anpackerin, die mit Menschen gemeinsam und schnell coole Projekte umsetzen will!

An diesem Tag im Sommer 2017 wurde schließlich eine Personalentscheidung getroffen, die mein ganzes Leben verändern sollte. Nein, es ging nicht um mich, sondern um eine andere Person. Aber die Entscheidung zeigte mir sehr deutlich, dass meine Werte nicht mehr mit denen der Organisation zusammen passten. Ich wusste auf der Stelle: Das war’s! Ich bin raus! Und tschüss!!!

Im Urlaub hatte ich also eine Menge um drüber nachzudenken: Was nun? Wie geht es weiter? Ein neuer Job kam für mich absolut nicht in Frage. Nach zweimaligem Angestelltenverhältnis wusste ich jetzt sicher: Ich bin dafür einfach nicht gebaut! Ich will selbstbestimmt arbeiten und frei sein. Ich will mit Menschen auf Augenhöhe arbeiten außerhalb von künstlichen Hierarchien, die nur Angst-Strukturen hervorrufen, in denen Menschen Masken aufsetzen und ihre Authentizität verlieren. Brrrrr…..

Ich wusste: Ich will ein Business nach meinen eigenen Regeln aufbauen. Eins, in dem ICH bestimme, wann ich wo bin und was ich tue. Eins, in dem geduzt wird und Menschen sich unmaskiert begegnen. Eins, in dem es um Female Empowerment und Unternehmertum geht.

Während ich also mit meinem Lebensgefährten mit Rucksack und Zelt durch die Schären von Stockholm fuhr und wanderte, entwickelte ich Stück für Stück meine Vision für 2018.

Und ich kann Dir sagen: Das war ein ganz schönes Stück harte Arbeit!!! Ich glaube, ich habe ALLE Zweifel, die es auf dieser Welt gibt, durchlebt: an mich selbst, an meine Geschäftsidee, usw. Was, wenn es nicht funktioniert? Was, wenn ich scheitere? Es war ja nicht das erste Mal, dass ich gründete und ich hatte schon einige Geschäftsideen gesehen und/oder selber gehabt, die nicht aufgegangen waren…

Doch ich ging bewusst in alle meine Ängste rein und mutig durch sie hindurch. Habe einen genauen Plan gemacht, wie lange ich von meinem Ersparten würde leben können und wie es danach mit Arbeitslosengeld, Gründungszuschuss und freiwilliger Arbeitslosenversicherung für Selbstständige weiter geht. Ich habe mir neben meinem Partner, der ein wunderbarer Coach ist, noch ein Online-Marketing-Programm mit Coaching gegönnt. Und dann habe ich Schritt für Schritt über die kommenden Monate all meine Zeit in den Aufbau meines Online-Business investiert: Erst die Geschäftsidee, dann das Geschäftsmodell, dann einen Businessplan, einen Geschäftsjahresplan, die erste Marketing-Strategie, etc.

Am Ende des Jahres hatte ich bereits eine kleine, feine Facebook-Community aufgebaut und mein erstes Programm-Angebot konzipiert. Der Gründungszuschuss war auf dem Weg der Bewilligung und ab Februar sollte mein Gewerbe angemeldet sein. Der Jahreswechsel war wirklich ein Wechselbad der Gefühle: Voller Vorfreude auf das nächste Jahr – aber auch mit zitternden Knien, ob ich mein heeres Ziel von 35.000 Euro Umsatz bis zum Ende des Jahres auch nur annähernd schaffen würde. Ich hatte KEINE Ahnung, ob das Ziel nicht viel zu hoch gesteckt und ich einfach nur naiv war – oder ob es nur ambitioniert, aber schaffbar sein würde.

Über Weihnachten/Neujahr stolperte ich dann über Sigrun und ihre SOMBA-Community – und ich wusste sofort: Sie ist mein Coach und die Community ist genau das, was ich suche!!!

Aber puh, ich hatte bis dahin weder einen Euro Umsatz gemacht, noch war ich liquide genug, um mir das Programm leisten zu können. Ich tat es trotzdem. Versilberte meinen allerletzten Notgroschen und lieh mir Geld bei meiner Mutter. Dass das eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, konnte ich damals noch nicht ahnen…

Im nächsten Beitrag erzähle ich Dir dann, wie es im Januar weiter ging und ich pünktlich zur Anmeldung beim Finanzamt meine erste Kundin hatte und eine Rechnung schreiben konnte!

>>> JAHRESRÜCKBLICK 2018 – Januar

Wie hat für Dich die Selbstständigkeit angefangen? Bist Du auch ins kalte Wasser gesprungen wie ich oder hattest Du einen sanfteren Übergang von einer Phase in die nächste? Ich freue mich über Deine Geschichte in den Kommentaren!!! ☺️

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